Die Intensiven Tage
Hallo Zusammen, leider muss ich dich enttäuschen wenn du für die wunderbaren Bilder und Videos gekommen bist.
In diesem Beitrag wird es ausschließlich um den Inhalt der Intensivtage gehen.
Diesen fasse ich gekürzt zusammen, sie heißen nicht umsonst Intensivtage. Ich könnte damit wahrscheinlich Bücher füllen.
Tatsächlich hat mich das schreiben dieses Beitrags am meisten Überwindung und kraft gekostet, da ich im vergleich zu den anderen nicht nur von meinen Erfahrungen spreche, sondern Theoretisch in die Tiefe gehe.
Es fanden von Januar bis Mitte März verschiedene Intensivtage statt.
- Die Vaterwoche mit Wim Du Plessis
- Die Persönlichkeitstage mit Esther Baumann
- Die Christologie Tage von Johannes Hartl
- Die Berufungstage mit Judith Körper
- Die Konfession Tage mit 4 Referenten
- Das Hohelied von Christine Hammer
Heute führe ich dich ohne Intro direkt ins geschehen.
Viel Spaß beim Lesen!
Im Januar fand unsere erste Intensivwoche dieses Jahr statt.
Die Vaterwoche mit Wim du Plessis

Wim du Plessis hat das Herz des Vaters.
Er kommt aus Südafrika und lebt seit Jahren in Brüssel.
Seit beginn der Jüngerschaftsschulen im Gebetshaus leitet er die Vaterwoche und zeigte uns eindrücklich was "Gott mit Haut" heißt.
Was auch durch ihn Sichtbar wurde: Geheilte Menschen Heilen Menschen
Aus seiner Sicht entsteht Intimität nur durch Verletzlichkeit.
Das gilt auch vor Gott. Wo dinge ans Licht kommen kann Heilung entstehe.
Unter der Vaterwoche kannst du dir folgenden vorstellen:
Eine Woche in der unser persönliche Bild des Vaters angeschaut wurde.
Was für Vatertypen es gibt und wie die verschiedenen Typen sich auf unser Leben und Entwicklung ausgewirkt haben.
Wichtig ist das Bild das wir von Gott als Vater haben, leitet sich in der Regel von dem Bild ab das wir von unserem leiblichen Vater haben.
Jedoch ist das nicht wer Gott der Vater ist.
Deshalb klärte uns Wim darüber auf, was für Vater Typen es gibt und wie sie sich auswirken, um so die beiden Bilder von einander trennen zu können.
Sechs Vatertypen wurden uns vorgestellt, welche ich im detail bennen werde:
Der Gute Vater
Beschreibung:
Emotional verfügbar, zugewandt, klar in Führung und Grenzen.
Gefühlslagen / innere Muster:
- Kann Nähe zulassen und geben
- Relativ stabile Selbstwahrnehmung
- Umgang mit Gefühlen offen und reflektiert
- Empathisch, aber nicht überforderbar
Stärken (Auswirkung aufs Kind):
- Sicheres Bindungsverhalten
- Gesunder Selbstwert
- Fähigkeit, Gefühle zu benennen und zu regulieren
- Vertrauen in andere Menschen
Schwächen (mögliche Effekte):
- Bei Überfürsorge: geringere Eigenständigkeit
- Kind kann wenig Frustration gewohnt sein
Gottesbild:
- Gott als nah, verlässlich, liebevoll
- Beziehung zu Gott wirkt lebendig und alltagsnah
- Vertrauen, dass Gott präsent und unterstützend ist
Der Passive Vater
Beschreibung:
Zurückhaltend, vermeidet Führung und Konflikte, oft emotional distanziert.
Gefühlslagen / innere Muster:
- Schwierigkeiten mit Intimität und echter Nähe
- Unsicherheit im Umgang mit starken Emotionen anderer
- Tendenz, sich innerlich zurückzuziehen
- Angst vor Ablehnung oder Überforderung
- Herz zu öffnen fällt schwer
- Wirkt oft gleichgültig, ist aber eher überfordert oder unsicher
Stärken (Auswirkung aufs Kind):
- Freiraum zur Eigenentwicklung
- Weniger Druck → kreative Entfaltung möglich
Schwächen (Auswirkung aufs Kind):
- Gefühl von emotionalem Mangel
- Orientierungslosigkeit
- Unsichere Bindung
- Zweifel am eigenen Wert („Ich bin nicht wichtig genug“)
Gottesbild:
- Gott wirkt fern oder schwer greifbar
- Schwierigkeit, Gottes Nähe im Alltag zu spüren
- Beziehung zu Gott eher theoretisch als erfahrbar
- Zweifel, ob Gott wirklich persönlich interessiert ist
Der Abwesende Vater
Beschreibung:
Nicht präsent – körperlich oder emotional kaum verfügbar.
Gefühlslagen / innere Muster:
- Vermeidung von Verantwortung oder emotionaler Bindung
- Flucht in Arbeit, andere Beziehungen oder Isolation
- Oft eigene ungelöste innere Konflikte
- Distanz als Schutzmechanismus
Stärken (Auswirkung aufs Kind):
- Frühe Selbstständigkeit
- Anpassungsfähigkeit
Schwächen (Auswirkung aufs Kind):
- Tiefe Verlust- und Verlassenheitsgefühle
- Bindungsangst oder starke Abhängigkeit
- Suche nach Anerkennung im Außen
- Identitätsunsicherheit
Gottesbild:
- Gott wird als abwesend oder uninteressiert erlebt
- Gefühl: „Ich bin auf mich allein gestellt“
- Schwierigkeit, Gott als Vater zu vertrauen
- Zweifel an göttlicher Fürsorge
Der Autoritäre Vater
Beschreibung:
Kontrollierend, streng, wenig Raum für Emotionen oder Mitbestimmung.
Gefühlslagen / innere Muster:
- Starkes Bedürfnis nach Kontrolle
- Angst vor Chaos, Schwäche oder Kontrollverlust
- Schwierigkeiten mit eigenen verletzlichen Gefühlen
- Emotionale Distanz, um Stärke zu wahren
- Kritisch gegenüber emotionaler Offenheit
Stärken (Auswirkung aufs Kind):
- Disziplin und Struktur
- Leistungsfähigkeit
- Klarheit über Regeln
Schwächen (Auswirkung aufs Kind):
- Angst vor Fehlern
- Unterdrückte Gefühle
- Geringes Selbstvertrauen
- Entweder starke Anpassung oder Rebellion
Gottesbild:
- Gott als streng, richtend, fordernd
- Fokus auf Regeln, Schuld und Leistung
- Angst, nicht zu genügen
- Wenig Raum für Gnade oder persönliche Nähe
Der Missbräuchliche Vater
Beschreibung:
Verletzt das Kind körperlich, emotional oder psychisch.
Gefühlslagen / innere Muster:
- Starke innere Konflikte, oft ungelöste Traumata
- Wut, Scham oder Ohnmacht, die nach außen abgegeben werden
- Geringe Impulskontrolle
- Verzerrtes Verständnis von Nähe und Macht
- Empathie stark eingeschränkt oder blockiert
Stärken (Auswirkung aufs Kind):
- Keine echten entwicklungsfördernden Stärken
- Höchstens Überlebensstrategien (z. B. extreme Wachsamkeit)
Schwächen (Auswirkung aufs Kind):
- Traumatisierung
- Tiefe Angst und Misstrauen
- Selbstwert stark beschädigt
- Schwierigkeiten, gesunde Beziehungen zu führen
- Erhöhtes Risiko für psychische Erkrankungen
Gottesbild:
- Gott als bedrohlich, strafend oder unberechenbar
- Angst vor Gott statt Vertrauen
- Ablehnung oder komplette Abkehr vom Glauben möglich
- Schwierigkeit, Liebe oder Gnade anzunehmen
Durch das wissen, das Wim uns hier vermittelt hat, fällt es mir jetzt deutlich leichter mein eigenen Typ zu beschreiben und kann sagen wieso ich mit manchen dingen zu kämpfen habe.
Es zeigt mir aber auch, das ich nicht das Problem bin!
Was ich nicht sagen will ist, dass mein Vater das Problem ist, er hatte auch ein Vater der einer dieser Typen war, er kann auch nichts dafür wie er ist, es hat ihm niemand beigebracht anderes zu sein, oder einen Blick dafür zu entwicklen.
Im Grunde ist das jetzt der Start, aufzuarbeiten was für Probleme ich habe und was ich tun kann um diese zu überwinden und das ist extrem bereichernd.
Spannend ist, dass starke Ähnlichkeit unter uns Pfarrersöhnen exestieren
Wir hatten einen angenehmen Austausch, über unsere Erfahrungen und Erlebnisse, in unserer Entwicklung.

Der Zweite Teil der Woche, war das Bild des Vater Gottes.
Er hat unser Gottesbild einmal 180Grad gedreht.
Gott ist immer ein liebender Vater.
Seine Liebe ist jeden Tag neu und jeden Tag gleich. Seine Gnade hört niemals auf.
Gott ist niemals enttäuscht, er kennt mich durch und durch, alles an mir. Er kann überhaut nicht enttäuscht von mir sein, denn er weiß wer ich bin.
Wichtig ist, das ich ehrlich vor ihn trete!
Ein sehr veranschauliches Beispiel dafür ist Lukas 15, die Geschichte des verlorenen Sohnes.
So ist Gott, er nimmt dich wieder auf, trotz der Fehler die du getan hast, er freut sich darauf wenn du endlich zu ihm zurückkommst.
In der persönlichen Entwicklung mit dem Vater konnte ich folgendes feststellen:
- Ich lasse mich nicht durch meine Schwäche identifizieren
- Gott schafft erst das ideale Umfeld, bevor er damit beginnt es zu füllen.
- Ich bin Sohn Gottes, miterbe des Königreich Gottes
- Nur der Vater kann das Loch in mir Füllen, welches ich selbst versucht habe zu füllen, mit Pornographie, Frauen, Nikotin, Medien, Gaming, Filmen etc.
- Ich lebe in der Beziehung zu Gott und Heilung findet allgegenwärtig statt, ich bin da und gebe mich dem Vater hin.
- Ich darf meine Bedürfnisse nach Bedingungsloser Liebe, nach Lob und Anerkennung, nach Sicherheit und Geborgenheit, durch den Vater stillen lassen, er meint es gut.
Allein für die Vaterwoche lohnt es sich die Flame zu machen.
Es tut gut eine Mündigkeit über sich selbst zu entwickeln und so zu reifen.
Nach der Intensiven Vaterwoche ging es quasi direkt in die nächsten 3 Intensivtage mit Esther Baumann.
Die Persönlichkeitstage
Esther Baumann - Steckbrief
Organisation:
Teil des Leitungsteams von Kingdom Impact (christliche Missions‑/Lehrer‑ und Schulungsgemeinschaft).
Rolle & Funktion:
• Co‑Leiterin im Leitungsteam von Kingdom Impact.
• Verantwortlich für Jüngerschaft, Mitarbeitertraining, Teamformung und Persönlichkeitsschulung.
• Schwerpunkt: Training im Leben im Geist, Entlarven von Gedankenfestungen, Begleitung von Teams und Einzelnen.
Dienstzugehörigkeit:
Seit der Gründung von Kingdom Impact im Jahr 2002 aktiv.
Schwerpunkte im Werk:
• Jüngerschaft und geistliche Ausbildung.
• Leben im Geist und Königreichsperspektive.
• Persönlichkeitstypen, Identität, Team‑ und Mitarbeiterentwicklung.
Autorin:
Schreibt und veröffentlicht geistliche Lehrwerke, z. B. das Buch Die 2 Bäume (Training zu Leben im Geist versus Leben im Fleisch).
Trainings & Seminare:
Hält Seminare und Trainings, z. B. zu geistlicher Identität, Leben im Geist und Mission.
Ausbildung & Hintergrund:
Beteiligung an verschiedenen Jüngerschafts‑ und Missionsschulen; frühe Teilnahme an kurzen Missionseinsätzen und Gebetsschulen.
Wohnort / Umfeld:
Lebt mit Monika Flach, am Bodensee/Konstanz.
Charakterisierung:
Dynamische Lehrerin und Trainerin des Wortes Gottes mit Fokus auf Transformation durch Leben im Geist und das Königreich Jesu, Coaching von Gemeinden und Nationen.
Persönlichkeitstyp:
Exzellent/Tatkräftig
Quellenverzeichnis:
Kingdomimpact.org/ueber-uns/team
Kingdomimpact.org/podcast

Der Inhalt der sogenannten Persönlichkeitstage ist folgender:
Esther Baumann stellte uns 4 Persönlichkeitstypen vor.
Wir konnten anhand von Tests herausfinden welchen Typen wir angehören und wo wir welche Anteile haben.
Außerdem konnten wir feststellen was für Schwierigkeiten oder stärken die verschiedenen Persönlichkeitstypen haben und haben gelernt wie wir in Zukunft damit umgehen können.
Wir haben den "16 Persönlichkeit Typen" Test gemacht, das Ergebnis sollte jedoch nicht zu ernst genommen werden, denn die Typen können sie schnell ändern.
Laut dem Test bin ich: Abenteurer ISFP
Auf das Ergebnis gehe ich aber nicht weiter ein.
Wenn du willst kannst du den Test hier selbst machen:
https://www.16personalities.com/de/kostenloser-personlichkeitstest?gad_campaignid=23604081513
Ein genauerer Test den wir gemacht haben ist der T.E.A.M Test, vergleichbar mit dem DISG Test.
Hier erkläre ich kurz was die einzelnen Typen sind:
- T – Tatkräftig
- Handlungsorientiert, entscheidet schnell
- Direkt, zielstrebig, durchsetzungsfähig
- Risikobereit, liebt Herausforderungen
- Kann ungeduldig oder dominant wirken
- E – Exzellent
- Analytisch, präzise, detailorientiert
- Qualitätsbewusst, arbeitet methodisch
- Hohe Ansprüche an sich und andere
- Kann kritisch, perfektionistisch oder zurückhaltend sein
- A – Ausdauernd
- Beständig, zuverlässig, loyal
- Geduldig, belastbar, gewissenhaft
- Unterstützend und teamorientiert
- Kann stur, passiv oder konfliktscheu sein
- M – Motivierend
- Begeisterungsfähig, kommunikativ, charmant
- Inspirierend, kann gut überzeugen
- Sozial, empathisch, kontaktfreudig
- Kann unkonzentriert oder zu impulsiv wirken
Online gibt es diesen Test nicht, vergleichbar ist nur der DISG Test, den du hier machen kannst:
https://www.disg-schnelltest.de/
Das ist mein erstes Ergebnis im Team Test:
TEAM: 40 Punkte wurden vergeben
Aufgeteilt auf T: 8 E: 11 A: 10 M: 11
Tatsächlich sehe ich viele Anteile in allen Typen bei mir, aber besonders hervor sticht der Ausdauernde Typ.
Vergleichbar ist der DISG Test wie folgt
D = Tatkräftig
I = Motivierend
S = Ausdauernd
G = Exzellent
Mein DISG Test nicht viel eindeutiger:

Hier sticht vor allem der Tatkräftige Typ heraus.
Wir wurden angehalten, den Test nach der Flame zu wiederholen, da aktuell Zeit des Umbruchs stattfindet.
Esther hat uns noch an die Hand gegeben wie wir persönlich mit den Persönlichkeitstypen umgehen können.
Denn jeder Persönlichkeitstypen bringt auch seine schwächen und seine eigenen Herausforderungen mit sich.
Auch hier ist es wieder richtig spannend neue Mündigkeit zu entwickeln und zu verstehen, warum ich handle wie ich handle.
Als drittes auf dem Programm stehen die Christologie Tage mit Johannes Hartl.

Zwei Intensivtage die sich zentral um die Person Jesus drehen – nicht nur als historische Figur, sondern in seinem ganzen Wesen, seinem Charakter und seinen Rollen.
Jesus wurde uns aus verschiedenen Perspektiven neu gezeigt:
- Als Hirte, der führt, schützt und kennt.
- Als Hohepriester, der vermittelt zwischen Gott und Mensch.
- Aber auch als jemand, der nicht einfach „nett“ ist, sondern radikal, klar und kompromisslos in Wahrheit und Liebe.
Ein Punkt, der besonders herausgestochen ist: Jesus war unfähig zum People Pleasing. Er hat sich nie danach ausgerichtet, es Menschen recht zu machen. Sein Fokus war immer der Wille des Vaters – selbst wenn das Ablehnung, Unverständnis oder Konflikt bedeutet hat.
Das stellt vieles auf den Kopf. Gerade in einer Zeit, in der Anerkennung, Zustimmung und Anpassung so zentral sind, zeigt Jesus einen völlig anderen Weg: Wahrheit über Zustimmung. Gehorsam über Komfort. Identität über Meinung anderer.
Wir haben uns intensiv mit seinem Wesen beschäftigt: Wie er handelt. Wie er spricht. Wie er Menschen begegnet. Und was das über den Charakter Gottes aussagt.
Ein weiterer großer Teil war das Verständnis, dass Jesus nicht erst im Neuen Testament „auftaucht“, sondern sich durch die gesamte Bibel zieht. Schon im Alten Testament finden sich unzählige Hinweise, Bilder und prophetische Zeichen, die auf ihn hindeuten.Opfersysteme, Prophetenworte, einzelne Geschichten – sie alle weisen auf das hin, was in Jesus seine Erfüllung findet.
Das hat das Gesamtbild stark erweitert: Die Bibel ist kein loses Sammelwerk, sondern eine durchgehende Geschichte mit einem klaren Zentrum – Jesus.
Der Fokus ging dann tief in das Leiden Jesu. Sein Weg ans Kreuz. Sein Sterben. Und was dort tatsächlich passiert ist.
Nicht nur körperliches Leiden, sondern ein geistlicher Kampf von enormer Tiefe. Jesus nimmt Schuld auf sich. Er trägt, was nicht seines ist. Er geht freiwillig aus Liebe in den Tod. Und dann passiert etwas Entscheidendes: Er bleibt nicht im Tod.
Durch seinen Tod und seine Auferstehung wird das „Todesreich gesprengt“. Die Macht von Sünde, Tod und Trennung wird gebrochen.
Das bedeutet konkret: Der Tod ist nicht mehr das Ende. Trennung von Gott ist nicht mehr unausweichlich. Ein neuer Zugang ist geschaffen.
Diese Tage haben das Bild von Jesus deutlich geschärft:Weg von einem einseitigen, oft weichgezeichneten Verständnis, hin zu einer Person, die gleichzeitig liebevoll und radikal ist, sanft und klar, nahbar und absolut herausfordernd.
Jesus ist nicht angepasst. Er ist nicht berechenbar im menschlichen Sinn. Aber er ist durchgehend wahrhaftig.
Und genau das macht ihn so zentral.
Als nächstes folgten die Berufungstage mit Judith Körper.
In diesen Tagen ging es um eine Frage, die früher oder später jeden beschäftigt: Was ist eigentlich meine Berufung?
Dabei wurde schnell klar: Berufung ist nicht nur ein Job oder eine konkrete Aufgabe. Sie ist kein einzelner Moment und auch kein festgelegter Titel.
Berufung ist vielmehr ein Gesamtpaket aus dem, was mich ausmacht:
- Meine Stärken.
- Meine Schwächen.
- Meine Interessen.
- Meine Persönlichkeit.
Alles gehört zusammen und nichts davon ist zufällig.
Es geht nicht immer darum, irgendetwas „Großes“ oder Sichtbares zu tun, sondern herauszufinden, wofür ich geschaffen bin und wie ich genau darin lebe.
Die Frage ist also nicht nur: „Was soll ich tun?“ sondern viel mehr: „Wer bin ich – und wie lebe ich das vor Gott?“
„Wer bin ich„ wurde Anfang der Flame mehrfach im Teaching „Identität„ dran genommen. Die Frage die offen bleibt. „Was soll ich tun“
Ein wichtiger Gedanke war: Jeder hat seinen eigenen „Spezialauftrag“.
Nicht im Sinne von Druck oder Leistung, sondern im Sinne von Einzigartigkeit. Niemand ist austauschbar. Niemand hat exakt die gleiche Kombination aus Leben, Prägung und Fähigkeiten.
Und genau daraus kann sich ein ganz persönlicher Spezialauftrag ergeben. Etwas, das nur ich in genau dieser Form tragen und leben kann.
Gleichzeitig wurde auch klar: Dieser Auftrag ist nicht automatisch garantiert. Man kann ihn verpassen, ignorieren oder an ihm vorbeileben.
Das gibt dem Ganzen eine gewisse Dringlichkeit, aber ohne Druck.Eher ein bewusstes Wahrnehmen: Mein Leben ist nicht zufällig und meine Berufung auch nicht, es gibt einen Grund warum ich hier bin, jetzt in dieser Zeit.
Außerdem wurde deutlich: Berufung ist nichts, was man einmal findet und dann „hat“.
Es ist ein Weg. Ein Prozess. Etwas, das sich entwickelt, während man geht.
Man entdeckt Berufung nicht nur durch Nachdenken, sondern vor allem durch Leben, Ausprobieren und Beziehung.
Und damit kam die eigentliche Kernaussage dieser Tage:
Die erste und wichtigste Berufung ist Beziehung zu Jesus.
Alles andere baut darauf auf. Alles andere entsteht daraus.
Nicht Aktivität steht im Zentrum, sondern Nähe. Nicht Leistung, sondern Verbindung.
Im Grunde wurde alles sehr einfach zusammengefasst: Führe eine Beziehung mit Jesus – das ist deine Berufung.
Und aus dieser Beziehung heraus ergibt sich alles Weitere.
Als nächstes folgten die Konfessionstage.
Tage, in denen uns die verschiedenen christlichen Konfessionen nähergebracht wurden: der katholische Glaube, der evangelische Glaube, Freikirchen und die orthodoxe Tradition.
Es ging dabei nicht nur darum, Unterschiede aufzuzählen, sondern zu verstehen, woher diese überhaupt kommen. Ein Einblick in die Geschichte hat gezeigt, wie sich die einzelnen Konfessionen entwickelt haben, welche Ereignisse dazu geführt haben und warum es heute diese Vielfalt gibt. Vieles ist historisch gewachsen und nicht einfach nur das Ergebnis unterschiedlicher Meinungen.
Jede Konfession hat sich selbst vorgestellt, ihre eigenen Schwerpunkte erklärt, aber auch ehrlich Grenzen und Herausforderungen benannt. Ein Beispiel dafür ist das unterschiedliche Verständnis von Taufe: Während Freikirchen die Kindertaufe ablehnen und auf eine bewusste Entscheidung im Erwachsenenalter setzen, halten die evangelische, katholische und auch die orthodoxe Kirche daran fest, dass die Taufe einmalig und gültig ist – genau solche Unterschiede zeigen zugleich Stärke in der jeweiligen Überzeugung, führen aber auch zu Spannungen und fehlender Einheit zwischen den Konfessionen.
So entstand ein differenziertes Bild, das nicht bewertet, sondern einordnet.
Im folgenden gehe ich kurz auf die einzelnen Punkte ein und was mir darin am meisten hängen geblieben ist.
Ein Punkt, der im katholischen Kontext beleuchtet wurde, war das Thema Dogmen. Dabei handelt es sich um verbindliche Glaubenssätze, die innerhalb der Kirche als feststehende Wahrheit gelten. Ein konkretes Beispiel dafür ist das Mariendogma der „Unbefleckten Empfängnis“, also die Lehre, dass Maria von Anfang an ohne Erbsünde empfangen wurde. Solche Lehren gehen teilweise über das hinaus, was direkt in der Bibel steht, und zeigen, wie im katholischen Verständnis neben der Schrift auch die kirchliche Tradition und Lehrautorität eine Rolle spielen.
Damit verbunden ist auch die Frage nach dem Papst. Als geistliches Oberhaupt hat er eine besondere Autorität und kann in bestimmten Fragen verbindliche Entscheidungen treffen. Insgesamt wurde sichtbar, dass die katholische Kirche ihren Glauben nicht ausschließlich aus der Bibel ableitet, sondern zusätzlich auf eine gewachsene Tradition zurückgreift und versucht, Glaubenswahrheiten weiter zu entfalten.
Der evangelische Glaube setzt hier einen klar anderen Schwerpunkt. Dort ist die Bibel die maßgebliche Grundlage für Glauben und Lehre, an der sich alles orientiert. Lehre gilt nur dann als verbindlich, wenn sie biblisch begründet ist. Das bringt eine starke Klarheit mit sich, führt aber gleichzeitig dazu, dass Auslegung nicht zentral gesteuert ist. Jeder setzt sich selbst mit der Schrift auseinander, was einerseits persönliche Tiefe ermöglicht, andererseits aber auch zu unterschiedlichen Verständnissen und weiteren Aufspaltungen führen kann.
Freikirchen bewegen sich oft in einem ähnlichen bibelorientierten Rahmen, legen aber zusätzlich einen starken Fokus auf persönliche Entscheidung, gelebten Glauben und individuelle Beziehung zu Gott. Der Glaube ist hier häufig erfahrungsorientierter und weniger institutionell geprägt.
Besonders spannend war der Einblick in die orthodoxe Kirche, da diese in Deutschland aus meiner Sicht eine weniger Präsente Rolle hat. Sie hat einen sehr starken Bezug zur Tradition, jedoch in einer anderen Form als die katholische Kirche. Der Fokus liegt weniger auf systematischer Weiterentwicklung von Lehre, sondern auf dem Bewahren dessen, was von Anfang an überliefert wurde. Der Glaube wird stark durch Liturgie, Rituale und Symbole geprägt. Gottesdienste sind oft sehr feierlich, durchzogen von Gesang, Ikonen und festen Abläufen, die eine tiefe geistliche Atmosphäre schaffen.
Insgesamt wurde in diesen Tagen deutlich, dass jede Konfession ihre eigenen Schwerpunkte, Stärken und auch Begrenzungen hat. Vieles, was heute unterschiedlich erscheint, hat seinen Ursprung in konkreten historischen Entwicklungen. Und anstatt nur Unterschiede zu sehen, wurde eher ein Verständnis dafür geschaffen, warum Christen heute auf unterschiedliche Weise glauben und leben.
Als nächstes folgten die Intensivtage zum Hohelied mit Christiane Hammer.
Hierzu gehe ich sehr knapp ein.
In diesen zwei Intensivtagen wurde uns das Hohelied aus einer bestimmten Perspektive ausgelegt: als Hinweis auf Jesus selbst.
Während in der traditionell jüdischen Auslegung das Hohelied oft als Bild für das Verhältnis zwischen dem Volk Israel und Gott verstanden wird, wurde hier der Fokus darauf gelegt, dass es auf Jesus als Bräutigam hinweist und wir als Gemeinde bzw. Einzelne die Braut sind.
Daraus ergab sich ein Bild von geistlicher Entwicklung, das sich durch das ganze Hohelied zieht: ein Weg vom geistlichen „Kindsein“ hin zur Reife im Glauben. Am Anfang steht ein sehr nahes, aber auch noch unreifes Verhältnis, in dem die Braut stark auf Nähe angewiesen ist und vor allem im direkten Erleben des Bräutigams lebt.
Danach folgt eine Phase der Suche, in der der Bräutigam scheinbar nicht greifbar ist und ein inneres Suchen, Fragen und auch Ringen entsteht – eine Zeit, die herausfordernder und weniger intuitiv ist.
Am Ende steht ein reifes Bild von Beziehung: eine erwachsene Braut, die ihren Bräutigam nicht nur für sich selbst wahrnimmt, sondern ihn auch anderen bekannt macht. Nicht aus Distanz, sondern aus einer tiefen Überzeugung heraus, weil sie von ihm geprägt ist und sein Wesen weitergeben möchte.
Übertragen auf das Leben mit Jesus beschreibt dieses Bild eine geistliche Entwicklung, in der Glaube nicht statisch bleibt, sondern wächst. Am Anfang steht oft eine starke Nähe, die vor allem von Erleben und Bedürfnis nach Sicherheit geprägt ist. Eine erste Liebe und häufig auch ein Unverständnis darüber, warum andere Jesus nicht genau so lieben.
In der nächsten Phase wird der Glaube bewusster und auch herausfordernder, weil Gott nicht immer unmittelbar spürbar ist und Vertrauen stärker gefordert wird. Gleichzeitig geht es in ein tieferes Verstehen des Herzens Gottes und ein intensiveres Suchen. Man entdeckt mehr, erkennt mehr Zusammenhänge und wächst im Vertrauen, aber es bleibt auch das Herausfordernde: Gottes Formung und der Wunsch nach innerer Entwicklung. Gleichzeitig bleibt die Sehnsucht nach der ersten Liebe und dieser einfachen, tiefen Nähe zu ihm bestehen.
Reife zeigt sich schließlich darin, dass die Beziehung zu Jesus nicht mehr nur für das eigene Erleben existiert, sondern aus einer tiefen Überzeugung heraus weitergegeben wird und das eigene Leben von dieser Beziehung geprägt ist, unabhängig von Gefühlen oder Umständen.
Gestern fand noch der Intensiv Tag „Epheser“ statt, mit Charlotte Boucsein
Er war sehr Intensiv und sehr gut, aber ich gehe hier nicht mehr auf ihn ein.
Wenn du noch weitere Fragen zu den einzelnen Punkten oder zu den Intensivtagen hast, schreib mir gerne.
Ich habe mir bewusst viel Zeit genommen, um das alles aufzuschreiben, Inhalte zu sammeln und zu sortieren. Dabei habe ich auch KI genutzt, um Sätze und Textblöcke klarer und strukturierter zu formulieren, weil ich gemerkt habe, dass ich gerade selbst nicht so gut in den Schreibflow komme und der Blog auch etwas ist was mich aktuell emotional stresst.
Deshalb habe ich mich entschieden, an dieser Stelle Unterstützung zu nutzen, vor allem bei den Intensivtagen. Wichtig ist mir dabei zu sagen: Der Inhalt selbst stammt aus den Intensivtagen. Das ist nichts Erfundenes oder Hinzugefügtes, sondern genau das, was dort vermittelt wurde. Die KI hilft lediglich dabei, das Ganze verständlich und strukturiert wiederzugeben.
Der nächste Beitrag folgt im Mai oder Juni. Dort wird es weniger um theoretische Inhalte gehen, sondern mehr um das, was aktuell praktisch in meinem Leben passiert. Mehr Einblick in mein Herz, in Prozesse, durch die ich gehe, Erlebnisse aus dem Gebetsraum und auch wieder mehr Bilder, Videos und Eindrücke aus dem Alltag im Gebetshaus und Augsburg.
Danke für deine Aufmerksamkeit und bis zum nächsten Mal.
~ JJ
Member discussion